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künstler

MUSICMAIK

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photo by Tad Auty

Die Suche nach der Bandbiografie, die Suche nach dem Text, ach dauert sie immer lang. Wahrscheinlich auch deswegen, weil man sein Künstlerkindchen gleich mal selbst darstellen muss – sobald man das nicht von jemand anderes machen lässt. So auf in die Schlacht!

‚Musicmaik‘, das trifft gleich ein paar Welten und bringt Assoziationen hervor. In jedem englischsprachigen Land sorgt erstmal ‚Maik‘ für ein Stirnrunzeln. Wie ‚make‘ oder ‚mooaaik‘ oder gleich ‚michael‘? Einer dieser beliebten Namen in den Achtzigern der alten DDR war das damals. Und schon kommen ein paar Funken ins Bild: Der alte Osten, Zone, wunderbare Kindergärten, Schlangestehen für Melone. Überwacht sein, eingesperrt sein, familiär aufgefangen, Trabis und die Diktatur. Keine Verklärung, trocken und nüchtern was es offen oder geheim war.

Die nächste Kombi ist die Musik vorn dran. Und sinn- wie zweckmäßig heißt die ganze Geschichte dann eben: MusicMaik, das ist also der Maik Antrack, der macht Musik. (Und so ähnlich würde das auch damals geklungen haben, hätte könnte würde man das zu der Zeit schon ausgesprochen haben, aber halt, da wäre ich ja schon älter.)

Dieser vollkommen unspektakuläre, ostige, das Inszenierungsmonster ‚Pop‘ diffamarierende Name will sich also gekonnt in eine sehr klare Ecke stellen: Wenig Schnickschnack – Viel Information. Denn macht man weiter mit dem Erkunden von Musicmaik dann sieht man: Es ist eben ein Kerl, der verbringt viel Zeit mit Instrumenten und produziert Töne. Ja: Er hat irgendwo im Schrank sogar einen besonderen Schein dafür! Dann kann man weitersehen: So konzentriert sich sein Streben vor Allem um das Gekonnte Werkeln mit der Musik. Kein großes Hipster-Getöse und -Gerammel. Nur viel Herz im Austoben mit Musik. Ok, Musicmaik, alles klar.

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2012

Angefangen hat das Ganze mit einer handfesten Ausbildung am Bass. Als Teenager spät angefangen habe ich trotzdem guten Fortschritt gemacht und ging über zu Gitarre und Klavier. Spielen war immer gleichbedeutend mit Schreiben und daher verbrachte ich meine Zeit mit Beidem. Je weiter die beschworene Professionalität ging, je weiter dröselte sich auch der Anspruch auf. Da gab es nun plötzlich einen fähigen Musiker mit geschliffenem Handwerk und den Künstler. Der Musiker war zweifelsfrei eher da. Und wie warum trennt man das überhaupt auf? Nun, als Musiker erörtert heißt ‚Musiker‘ erstmal: Fähig sein, mit vielen anderen Musikern zusammen zu spielen. Musik zu machen. Man taucht genussvoll ab in eine Welt von Sounds, Emotionen, Charakteren und fühlt sich im Rausch der Achterbahnfahrt. Ich übernehme einen Teil der Konstruktion dieser Bahn und schmeiße mich gleichzeitig mit hinein und genieße. Man spielt mit. Doch irgendwann will der Bock gerne die ganze Achterbahn alleine bauen. Der Künstler schreit ‚Hallo Welt‘. Auch um dem Fluch der musikalischen Nomade zu entgehen, musste der Künstler in die Welt. Spielt man nur mit Leuten zusammen, gießt man niemals seinen eigenen Musikgarten.

2014
2014

Die Geburt des Künstlers, sie geschah zweifelsfrei auf dem Hang von Mt. Taranaki auf der Nordinsel Neuseelands im Oktober 2010. Dort schrieb ich die Grundidee zu einem Lied, das einmal ‚Riese‘ heißen würde. Aus der ganzen Kompositionsrührerei wurde mein erstes Album ‚ooceeyaan‘. Ein klangmalerisches, weit tragendes Reiseerlebnis auf Deutsch. Vorwärts in der Zeit geschüttelt wurde aus diesem Schaffen die Identität der Künstlerabteilung von Musicmaik. Als Artist heißt das also: Meine persönliche musikalische Spielecke als Solokünstler. Als Alleinschaffender auf dem Pfad, keine Umwege zu scheuen, um neue musikalische Welten zu erreichen. Als Künstler unter dem Namen Musicmaik schreibe ich daher meine persönlichen Alben, verbastele und tue, ramsche und rausche. Klinge.

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Alle Musik darin träumt sich gerne in große Klangräume, ausstaffierte Hallen von Sound und Orchestration. Grooves federn, Melodien sitzen im Ohr und die Beats? Fallen auch mal um. Wald, die Deutschen und ihr Wald, ei den kann man auch hier und da als Osterei in den Werken finden. Welcher Stil auch immer. Irgendwo hockt der Waldschrat hinter einem Bassbaum. Dabei suche ich immer die Verbindung nach einer deutschen musikalischen Identität, tief in den Liedern, Skizzen und Musiken. Live ist das ein gediegenes Erlebnis, ein genussvolles Abtauchen. Eine immer klangvolle, weite Reise. Willkommen an Bord.